Wie kann ein demenzsensitives Krankenhaus aussehen? (How could a dementia-sensitive hospital look like?)

Es geht weiter. Ich habe wie ihr wisst aus Versehen ein ungeplantes Blog-Sabbatical hingelegt. Das wusste ich vorher auch nicht. Wir erleben sicherlich alle gerade seltsame Zeiten. Zudem war es nach der Zeit in Singapur anders, wieder in Deutschland zu sein.

Ich freue mich ganz besonders, dass der Blog immer noch gut besucht wird und die bisherigen Artikel gelesen werden, von immer noch mehr als 150 Leuten. Vielen Dank für Euer Vertrauen.

Der Text unten könnte wieder ein Anfang sein – ich muss mich aber auch erst wieder ‚ein‘ schreiben, bevor das hier vielleicht wieder etwas werden kann… Also, los geht’s!

  • Thema heute: Demenzsensitive Krankenhäuser.

Warum?

Weltweit sind mehr als 47 Millionen Menschen von einem Demenzsyndrom betroffen. Schätzungen zufolge wird sich bis 2050 diese Zahl erhöhen auf 152 Millionen Menschen weltweit. Auch in Deutschland sind diese Zahlen hoch, da es nicht nur Zahlen sind, sondern Menschen, die mit einer Demenz leben. Wenn wir eine inklusive Zukunft gemeinsam finden möchten, können wir schon heute mit dem Fragen anfangen.

Fragen wie: Wenn die Anzahl der professionellen Pflegenden sinkt, wie soll dann die Versorgung in der Zukunft aussehen? Oder: Kann gebauter Raum (ihr seid ja auf dem Architekturkognition und Umweltpsychologie Blog) und sozialer Raum Menschen unterstützen? Oder: Was könnten wir tun, damit ältere Menschen sich nicht isoliert fühlen, wenn, nehmen wir einmal an, eine weltweite Pandemie alles zum Erliegen bringt und man niemanden sehen kann?

Die Sache ist die: Wir können abwarten, bis diese Zahlen uns erreichen. Je mehr Gesellschaften weltweit älter werden, desto mehr Risiko gibt es auch, chronische Krankheiten zu entwickeln, wie u.a. ein Demenzsyndrom. Anderseits: Viele Menschen bleiben auch länger fit. Wie kann man sehr aktiven älteren Menschen spannende Raumkonzepte da bieten, wo auch alle anderen Menschen sind (statt solche Konzepte irgendwo am Rand einer Stadt zu platzieren)?

Wir können indem wir diese Fragen heute stellen, schon dazu beitragen dass auch für uns, die auch älter werden, eine angenehme Zukunft entsteht.

Dass dem Raum auch bei dem Thema „Demenz-sensitiv“ eine wichtige Rolle zukommt, finde ich intuitiv: wenn eine Person die Umwelt weniger beeinflussen kann, dann macht es Sinn, wenn die Umwelt einen positiv unterstützt, bei dem was die Person erreichen will und wie sie sich fühlt.

Der heutige Blogbericht nimmt das Krankenhaus als Beispiel für einen bestimmtem Raum (das kennt ihr ja schon von mir) und fragt, was demenz-freundlich dort bedeuten könnte. Ist das überhaupt das richtige Wort? Kann Raum auch unfreundlich sein? Bedeutet freundlich, dass mit der Person etwas nicht in Ordnung ist, man ihr also freundlich begegnen soll, weil sie ein ‚Defizit‘ hat, das man nun verbessern, lösen oder einfach als ‚kann man eh nix mehr machen‘ stehen lassen möchte? Deswegen: Demenz-sensitiv. Das deutet vielleicht an, dass Raum feinfühlig ist? Ich lass das mal so stehen für heute.


Theorie

Demenz

Gerade wenn man mit einem Demenzsyndrom lebt, ist man nur bedingt in der Lage, sich auf neue Situationen einzustellen. Wenn ich diesen Satz schreibe, ist das nicht inhaltlich falsch, aber es klingt für mich negativ beladen, weil bei „in der Lage sein“ sehr nah an dem Wort „können“ und „etwas beherrschen“ oder „Fähigkeiten haben“ liegt. Da bin ich automatisch in der Bewertung: Eine Person kann etwas nicht (Defizit). Wie wäre es mit: Eine Person kann sehr viel, auch wenn sie zum Beispiel zeitliche oder räumliche Orientierungsschwierigkeiten hat? Neuer Versuch:

Bei der Alzheimer Erkrankung ist es zum Beispiel schwierig, neue Informationen zu lernen und sich daran zu erinnern. Das hat mit einer Neurodegeneration im Gehirn zu tun, also Prozesse, welche, unter anderem, sensorische Beeinträchtigungen in der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Sprache, Motorik, oder anderen Bereichen mit sich bringen.

Weil die Erkrankung real ist und progressiv den Alltag beeinflusst, ist es sehr einfach, von dieser Neurodegeneration im nächsten Atemzug verbal oder gedacht ein „Defizit“ zu machen, um das herum kreisend man dann Konzepte erstellen könne, dieses Defizit aufzuheben. Unweigerlich kommt man als Anfängerin auf dem Gebiet in eine sprachliche Zwickmühle, sich passend auszudrücken, oder über Terminologien nachzudenken. Eine andere Art ist, zu fragen: Was geht denn zurzeit? Wie ist die Lebenswelt aus Sicht der Person? Wenn ich mich außen vor lasse, was ist die Perspektive, von der aus eine Person gerade spricht, handelt, oder fühlt?

Nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch das Verhalten kann anders sein wenn eine Person mit Alzheimer lebt. Zum Beispiel kann der Tag und Nacht Rhythmus anders sein, oder man möchte herumwandern, oder fühlt sich stärker emotional. Die dazugehörigen Klassifikationssysteme nennen dies Störungen, da neuro-kognitive Erkrankungen genau dies tun: sie stören die kognitive Leistung, die wir vorher hatten; sie können uns in unseren Gefühlen stören (z.B. dass wir uns auf einmal viel niedergeschlagener oder euphorischer fühlen als sonst); und sie können uns bei Alltagsaufgaben stören (z.B. bei der Einnahme von Medikamenten, beim Bezahlen mit einer Girokarte, bei der Reihenfolge und den Handlungsschritten, um uns ein schönes Essen zu kochen).

In dem Sinne meint eine Störung (ein Wort das ich erst einmal negativ beladen sehe, aber das neutral gemeint ist) in der Psychologie faktisch einen neurokognitiven Prozess, der dich in deinen Abläufen, Gefühlen, Wünschen und Zielen dabei stört, zu tun, fühlen, planen, wollen, wie dies ohne den Prozess der Fall gewesen wäre (seht ihr, ich muss erst wieder üben, Sätze verständlich zu schreiben).


Krankenhaus

Menschen müssen aus verschiedenen Gründen in ein Krankenhaus. Bei Menschen die mit Behinderungen leben oder Menschen mit einer Demenz kann der Grund für einen Krankenhausaufenthalt irgend etwas sein, zum Beispiel, dass man gestürzt ist und sich einen üblen Bruch in der Hüfte zugezogen hat. Dann ist der Grund für den Umzug in ein Krankenhaus der Hüftbruch. Selbst wenn eine Demenz vorher schon diagnostiziert war, bleibt diese also eine Nebendiagnose. Beide Diagnosen brauchen jedoch, von dem Moment an, dass man im Krankenhaus ist, bis zu dem Moment, dass man es verlässt, eine passende Begleitung.

In einem Buch „Das demenzsensible Krankenhaus“ beschreiben Horneber, Püllen und Hübner (2019) verschiedene Faktoren, die ich hier mit eigenen Worten und ohne bestimmte Reihenfolge zusammenfasse:

  • Ein grundlegendes Verständnis der Möglichkeiten einer Person
  • Die Möglichkeit, Schmerzen sowohl medikamentös als auch nichtmedikamentös adäquat zu behandeln, und zwar auch dann, wenn sich eine Person dazu nicht oder nur bedingt verbal äußern kann
  • Ethische Fragestellungen und die Einwilligung von Maßnahmen
  • Eine passende Ernährungsversorgung, unter Berücksichtigung von Allergien, Gewohnheiten, Vorlieben und Hilfsmitteln
  • Positive Rahmenbedingungen, die den erkrankten Menschen, die Angehörigen, und Krankenhaus-Mitarbeitenden auf sensitive Art unterstützen und positive Emotionen und Wohlbefinden schaffen
  • Zwischenmenschliche Interaktionen die passend, professionell und sensitiv oder sensibel sind
  • Auf die Arbeitszufriedenheit, Ressourcen, und die Gesundheit der Mitarbeitenden und Pflegenden achten, sowie auf sichergestellte finanzielle Rahmenbedingungen
  • eine gute fachliche und strukturelle Organisation, Führung, Planung, und Prozesssteuerung 
  • Eine angepasste Entlassung und Anschlussversorgung oder Unterstützungsangebote
  • und: Einen angenehmen Raum schaffen 🙂

Gerade Krankenhäuser sind mit negativen Assoziationen wie Tod, Krankheit, und Sorge verbunden. Bei Menschen mit Demenz kann es zusätzlich so sein, dass sie sich in der unbekannten Umgebung verloren fühlt, weil unklar ist, wo sie sich zeitlich und räumlich befindet. In diesem Kontext müssen Raumplanende wissen, welche räumlichen Faktoren mit Angst oder Reizüberflutung verbunden sind, und welche Faktoren Sicherheit oder ein Gefühl von Sicherheit und Schutz vermitteln könnten (Feddersen, 2019). Ein Gefühl von Sicherheit kann entstehen, wenn es möglichst wenig abrupte Veränderungen gibt. Aber: Prozesse im Krankenhaus sind setting-bedingt schnell (Lebensrettung).

Zum Konzept der Sicherheit gehören laut Feddersen (2019) auch rutschfeste Materialien, das Entfernen von Stolperfallen und von vollständig zu öffnenden Fenstern, sowie eine adäquate Beleuchtung. Spiegelende Oberflächen und Schatten können von Menschen mit Demenz fehlinterpretiert werden und auch negative Emotionen (z.B. Angst) auslösen. Sicherheit ist ein jedoch schwieriges Konzept: Es schränkt die Handlungsfreiheit einer Person sein. Aber es schützt vor Unfällen und negativen Erlebnissen. Das wichtige ist, bereits bei der Planung die ethischen Konsequenzen zu berücksichtigen.


Menschen mit Demenz können auch mal als Störfaktor wahrgenommen werden. An dieser Stelle sind deswegen besonders auch das Schaffen von positiven Rahmenbedingungen zu nennen, die der Interaktion von Krankenhaus-Mitarbeitenden und der Person mit Demenz ressourcen-aufbauend zu Gute kommen. Eine Schulung für Krankenhausmitarbeitende kann für den Umgang mit Menschen mit Demenz essenziell sein. Im Validationskonzept von Naomi Feil (1993) wird z.B. das von einer Person geäußerte nicht analysiert, korrigiert, oder abgewertet. Stattdessen wird die Realitätserfahrung des Anderen aufgegriffen und versucht, mögliche Spannungen wertschätzend zu reduzieren. Eine Methode, die Krankenhausmitarbeitenden weiter zu unterstützen, ist, vorab schon eine Checkliste zu erstellen, mit Informationen über die Medikamente, aber auch die Gewohnheiten der Person oder was ihr gut tut. Dies können auch die Angehörigen vorbereiten. Es gibt Vordrucke (unten verlinkt).

Auch Pflanzen als Barrieren zwischen Wartenden und den Krankenhausmitarbeitenden können laut Feddersen (2019) im Warteraum eine Abtrennung darstellen und ein Gefühl von Geborgenheit geben. Klare Grundrisse und Sichtachsen zwischen Räumen geben Orientierung, weil sie Über- und Durchblicke ermöglichen. Der Warteraum sollte hingegen Reizüberflutung, z.B. durch Geräusche, Materialien, Personen, Licht, Farben usw., vermeiden. Tageslicht und eine Aussicht oder eine Bildprojektion ins Freie oder auf Grünflächen könnte Ruhe bieten, weil dies vertraut ist (Natur tut eigentlich immer gut). Wenn kein Fenster gegeben ist, kann auch eine Faltbarriere aufgezogen werden; dies ist aber laut Feddersen (2019) nur eine Notlösung. 

Schon Florence Nightinggale (1863) schrieb: „Es mag als ein seltsames Prinzip erscheinen, als allererste Anforderung des Krankenhauses zu formulieren, dass es den Kranken keinen Schaden zufügen darf. Es ist dennoch wichtig, dies zu betonen…“ (Dies ist die übersetzte Aussage. Die oft zitierte Originalaussage in Notes on Hospitals (1863 ed. Preface), lautet: „It may seem a strange principle to enunciate as the very first requirement in a Hospital that it should do the sick no harm. It is quite neccessary, nevertheless, to lay down such a principle…“).


Praxis

Was bedeutet das für das Krankenhaus? Zunächst stellt eine demenzsensitive Gestaltung des Krankenhauses an dieser Stelle eine Wettbewerbsfähigkeit da. Verschiedene Krankenhäuser und Pilotprojekte beschreiben daher auf ihren Internetauftritten, dass sie demenzfreundliche Ideen und Angebote haben oder planen.

So schreibt DIAKOVERE Friederienstift zum Thema, dass es im vierten Stock des Krankenhauses eine ‚Gute Stube‘ gibt, die wie in den 40er Jahren eingerichtet ist, um so Erinnerungen zu wecken, und über Erlebtes zu sprechen. Ehrenamtliche Demenzlotsen sprechen mit Menschen mit Demenz um Pflegekräfte zu entlasten. Plüschbären werden als Trost zur Aufmunterung oder Beruhigung in fremder Umgebung gegeben, und ein Erinnerungskoffer kann in Zimmer mitgenommen werden, um durch Gegenstände über Erinnerungen zu reden.

Andere Konzepte arbeiten mit demenzsensitiver Technologie. Der Helios-Konzern hat in fünf Kliniken auf Demenz abgestimmte Zimmer Prototypen gebaut, die „gegen das Vergessen“ ausgerichtet sind. Zum Beispiel sieht man beim Aufwachen eine Leinwand die einen beim Namen nennt und mitteilt, dass man im Krankenhaus ist, und dass eine Krankenschwester kommt und einen unterstützen wird. Beim Aufstehen aus dem Bett geht ein Nachtlicht an, welches den Weg zur Toilette zeigt und Krankenhauspersonal informiert, zum Zimmer zu kommen, um der Person weitere Unterstützung, zum Beispiel bei Unsicherheit und Angst in dem unbekannten Raum, zu unterstützen. Obwohl man dies im Sinne der Freiheit der Person ethisch kritisch diskutieren kann (und sollte), wird in dem Fall das Personal gerufen, um Desorientierung zuvorzukommen oder frühzeitig zu unterstützen, ist also personen-zentriert und schützend gemeint.

Wie sieht ein Demenz-sensitives Krankenhaus, das aber genauso gut für alle anderen Menschen funktioniert und angenehm ist, Eurer Meinung nach aus? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Fazit

  • Das Wichtigste erscheint mir, nicht blind einem Rezept zu folgen, sondern vorab sorgfältig Grundlagen über die Zielgruppe zu kennen und sensitiv dafür zu sein, dass die eigene Wahrnehmung anders ist als die einer Person die mit Demenz, einer Behinderung, oder einer Krankheit, lebt.
  • Tendenziell kann man die Inneneinrichtung einfacher anpassen als die Geometrie (z.B. Sichtachsen, Layout) eines Raumes. Dass die Orientierung dann weiterhin auch durch Gestaltungskonzepte des Innenraums verbessert werden kann, steht außer Frage, kommt für mich aber an zweiter Stelle, da man diese Faktoren mit weniger Aufwand (wohl aber mit Kosten und etwas Aufwand) besser ‚nachrüsten‘ kann (indem man z.B. neu streicht, Möbel verschiebt, usw.).
  • Deswegen plädiere ich für Einbeziehung der Perspektive der Zielgruppe in der frühen Planungsphase, wenn solche Entscheidungen getroffen werden. 

Ausblick

Naja, wenigstens habe ich die Schreibblockade mal attackiert, indem ich etwas geschrieben habe. Ich kann noch nicht garantieren, dass ein neuer Beitrag schnell kommt, aber er kommt.

Wie sieht es bei Euch aus zurzeit? Habt ihr Ideen oder Wünsche für den Blog? Ich höre gern von Euch.


Referenzen

Zum Weiterlesen für Interessierte:


English translation

The following is a translation with DeepL, for your convenience – not by me:

The blog goes on. As you know, I somehow took an unplanned blog sabbatical. I didn’t know that before either. I’m sure we’re all experiencing strange times right now. Besides, it was different to be back in Germany after the time in Singapore.

I am especially happy that the blog is still well visited and that the previous articles are still being read by more than 150 people. Thank you very much for your trust.

The text below could be a start again – but I also need to ‚reintroduce‘ myself before this might become something again. So, here we go!

Today’s topic: Dementia-sensitive hospitals.


Why dementia-sensitive hospitals?

More than 47 million people worldwide are affected by dementia syndrome. According to estimates, this number will only increase to 152 million people worldwide. In Germany, these numbers are also high because it is not just numbers, but people living with dementia. If we want to find an inclusive future together, we can start asking questions today.

Questions like: If the number of professional carers is decreasing, what will care look like in the future? Or: Can built space (you are on the Architectural Cognition and Environmental Psychology blog) and social space support people? Or: what could we do to make sure older people don’t feel isolated if, say, a global pandemic brings everything to a standstill and you can’t see anyone?

The point is this: We can wait for these numbers to reach us. The more societies around the world get older, the more risk there is for chronic diseases, such as dementia syndrome, among others. On the other hand, many people also stay fit longer. How can we offer very active older people exciting spatial concepts where everyone else is, instead of placing such concepts somewhere on the outskirts of a city? By asking these questions today, we can contribute to creating a pleasant future for us as well.

I find it intuitive that space also has an important role to play in the topic of „dementia-sensitive“: if a person is less able to influence the environment, then it makes sense if the environment supports you positively in what the person wants to achieve and how he or she feels.

Today’s blog post takes the hospital as an example of a specific space (you already know this from me) and asks what dementia-friendly could mean there. Is that even the right word? Can a room also be unfriendly? Does friendly mean that there is something wrong with the person, that you should be friendly to them because they have a ‚deficit‘ that you want to improve, solve or just leave as ’nothing more can be done anyway‘? Therefore: Dementia-sensitive. Perhaps this indicates that Raum is sensitive? I’ll leave it like that for today.


Theory

Dementia

Especially when you live with a dementia syndrome, you have a limited ability to adapt to new situations. When I write this sentence, it’s not wrong in terms of content, but it sounds negatively loaded to me because with „being able“ it’s very close to the word „can“ and „master something“ or „have abilities“. There I am automatically in the assessment: a person cannot do something (deficit). How about: A person can do a lot, even if he or she has, for example, temporal or spatial orientation difficulties? New attempt:

In Alzheimer’s disease, for example, it is difficult to learn and remember new information. This has to do with neurodegeneration in the brain, processes that, among other things, bring about sensory impairments in perception, attention, information processing, language, motor skills, or other areas.

Because the disease is real and progressively influences everyday life, it is very easy to make a verbal or mental „deficit“ of this neurodegeneration in the next breath, around which one can then create concepts to eliminate this deficit. Inevitably, as a beginner in the field, one gets into a linguistic quandary of expressing oneself appropriately, or thinking about terminologies. Another way is to ask: What is going on at the moment? What is the lifeworld like from the person’s point of view? Leaving myself out of it, what is the perspective from which a person is currently speaking, acting, or feeling?

Not only cognition, but also behaviour can be different when a person is living with Alzheimer’s disease. For example, the day and night rhythm may be different, or one may want to wander around, or feel more emotional. The related classification systems call these disorders because neuro-cognitive disorders do just that: they interfere with the cognitive performance we had before; they can interfere with our feelings (e.g., we suddenly feel much more depressed or euphoric than usual); and they can interfere with everyday tasks (e.g., taking medication, paying with a debit card, sequencing and action steps to cook ourselves a nice meal). In psychology, a disturbance (a word that I first see as negatively loaded) in fact means a neurocognitive process, for example, that interferes with your processes, feelings, desires and goals in doing, feeling, planning, wanting, as would have been the case without the process.


Dementia-sensitive hospital

People need to go to hospital for a variety of reasons. For people living with disabilities or people with dementia, the reason for going to hospital can be anything, for example, falling and getting a bad fracture in the hip. Then the reason for moving to hospital is the broken hip. So even if dementia was previously diagnosed, it remains a secondary diagnosis. However, both diagnoses need appropriate accompaniment from the moment one is in hospital until the moment one leaves.

In a book entitled „The dementia-sensitive hospital“, Horneber, Püllen and Hübner (2019) describe various factors, which I summarise here in my own words and in no particular order:

According to Feddersen (2019), the concept of safety also includes non-slip materials, the removal of trip hazards and of windows that can be fully opened, as well as adequate lighting. Reflective surfaces and shadows can be misinterpreted by people with dementia and can also trigger negative emotions (e.g. fear). Safety is a difficult concept, however: it restricts a person’s freedom of action. But it protects against accidents and negative experiences. The important thing is to consider the ethical consequences already in the planning stage.

  • A basic understanding of a person’s possibilities
  • The ability to treat pain adequately, both medicinally and non-pharmacologically, even if a person is unable to verbally express this or can only do so to a limited extent
  • Ethical issues and consent to interventions
  • Appropriate nutritional care, taking into account allergies, habits, preferences and assistive devices
  • Positive conditions that support the ill person, relatives and hospital staff in a sensitive way and create positive emotions and a sense of well-being.
  • Interpersonal interactions that are appropriate, professional and sensitive or sensible.
  • Paying attention to job satisfaction, resources and the health of staff and carers, as well as ensuring a financial framework.
  • Good professional and structural organisation, management, planning and process control.
  • An appropriate discharge and follow-up care or support services
  • and: creating a pleasant space 🙂

Hospitals in particular are associated with negative connotations such as death, illness and worry. In addition, people with dementia may feel lost in unfamiliar surroundings because it is unclear where they are in terms of time and space. In this context, spatial planners need to know which spatial factors are associated with anxiety or sensory overload, and which factors could provide safety or a sense of security and protection (Feddersen, 2019). A feeling of security can arise if there are as few abrupt changes as possible. However: processes in hospitals are fast due to the setting (saving lives).

People with dementia can sometimes be perceived as a disturbing factor in a hospital. Therefore, the creation of positive framework conditions that benefit the interaction between hospital staff and the person with dementia in a resource-building way should be mentioned here. Training for hospital staff can be essential for dealing with people with dementia. In Naomi Feil’s (1993) concept of validation, for example, what a person says is not analysed, corrected or devalued. Instead, the reality experience of the other person is taken up and an attempt is made to reduce possible tensions in an appreciative manner.

One method to further support the hospital staff is to prepare a checklist in advance, with information about the medication, but also the person’s habits or what is good for them. This can also be prepared by the relatives. There are forms (linked below).

According to Feddersen (2019), plants as barriers between those waiting and the hospital staff can also provide separation in the waiting room and give a feeling of security. Clear floor plans and visual axes between rooms provide orientation because they enable views over and through. The waiting room, on the other hand, should avoid sensory overload, e.g. through sounds, materials, people, light, colours, etc. Daylight and a view or image projection into the open air or onto green spaces could provide calm because this is familiar (nature is actually always good for you). If no window is given, a folding barrier can also be put up; however, according to Feddersen (2019), this is only an emergency solution.

Florence Nightinggale (1863) already wrote: „It may seem a strange principle to state as the very first requirement of the hospital that it must do no harm to the sick. It is nevertheless important to emphasise this…“ (This is the translated statement. The often quoted original statement in Notes on Hospitals (1863 ed. Preface), reads: „It may seem a strange principle to enunciate as the very first requirement in a Hospital that it should do the sick no harm. It is quite neccessary, nevertheless, to lay down such a principle…“).


Practice

What does this mean for the hospital? First of all, a dementia-sensitive design of the hospital represents a competitiveness at this point. Various hospitals and pilot projects therefore describe on their websites that they have or are planning dementia-friendly ideas and offers.

For example, DIAKOVERE Friederienstift writes on the topic that there is a ‚Gute Stube‘ (good room) on the fourth floor of the hospital, which is furnished like in the 1940s, in order to awaken memories and to talk about experiences. Volunteer dementia guides talk to people with dementia to relieve caregivers. Plush bears are given as comfort to cheer or reassure in unfamiliar surroundings, and a memory case can be taken into rooms to talk about memories through objects.

Other concepts work with dementia-sensitive technology. The Helios Group has built dementia-tailored room prototypes in five clinics that are designed „against forgetting“. For example, when you wake up, you see a screen that calls you by name and tells you that you are in hospital and that a nurse will come and support you. On getting out of bed, a night light comes on showing the way to the toilet and informing hospital staff to come to the room to assist the person with further support, for example if they are unsure or scared in the unfamiliar room. Although this can (and should) be discussed ethically in terms of the person’s freedom, in this case the staff is called to prevent disorientation or to provide early support, so it is meant to be person-centred and protective.

What do you think a dementia-sensitive hospital, but one that works just as well and is pleasant for everyone else, looks like? I look forward to your comments.


Conclusions

  • The most important thing seems to me not to blindly follow a recipe, but to know carefully in advance the basics about the target group and to be sensitive to the fact that one’s own perception is different from that of a person living with dementia, a disability, or an illness.
  • It tends to be easier to adapt the interior design than the geometry (e.g. visual axes, layout) of a room. That orientation can then still be improved by interior design concepts is out of the question, but for me it comes second, as these factors can be better ‚retrofitted‘ (by e.g. repainting, moving furniture, etc.) with less effort (but probably with cost and some effort).
  • Therefore, I plead for the inclusion of the target group’s perspective in the early planning phase when such decisions are made.

Outlook

Well, at least I have attacked writer’s block by writing something. I can’t yet guarantee that a new contribution will come quickly, but it will come.

How are things with you at the moment? Do you have any ideas or wishes for the blog? I’d love to hear from you.


References: above.

The English part was a translation with DeepL, for your convenience – not by me.


See you soon, here.

Bis bald, macht’s gut.

2 Kommentare zu „Wie kann ein demenzsensitives Krankenhaus aussehen? (How could a dementia-sensitive hospital look like?)

  1. Mein Mann lebt seit drei Jahren in einem Pflegeheim, von dem ich den Eindruck habe, dass es ausserordentlich gut geführt und gut gebaut ist. Es hat sich am Vorbild des Pflegeheims Sonnweid in Wetzikon bei Zürich orientiert, und dessen Konzept an die eigenen Begebenheiten angepasst.
    Mein Blog handelt von der Alzheimer-Krankheit meines Mannes. Er handelt von Veränderung, von Verzweiflung und Hader, aber auch von Nähe und dem Erkennen, dass die Krise, in die wir gestürzt wurden, uns auf einen Weg gebracht hat, den wir als wahr empfinden.
    Das klingt jetzt vielleicht verrückt, vor allem im Hinblick auf den Erkrankten selbst. Was soll ihm diese Krankheit noch bringen, da er ja ’seinen Verstand verliert‘? – Aber die Erfahrung und vor allem unsere Gespräche zeigen, dass er in der Demenz etwas findet, das über den Verstand hinausgeht, und das mehr ist, als das, was sein Selbst vor der Krankheit war. Falls Sie Interesse und Lust haben: meine Seite heisst fragenzumleben.com
    Mit herzlichen Grüssen
    I. Fonés

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  2. Guten Tag, schön, dass Sie meinen Blog gefunden haben und mir schreiben. Ich freue mich über Ihre persönlichen Worte.

    Das auf jemanden eingehen und auf das was möglich ist, sowie Raumkonzepte zu finden, die Menschen zusätzlich unterstützen, finde ich ein sehr spannendes Thema (wie Sie über das Pflegeheim ebenso schreiben: „gut geführt“ (Sozial) „und gut gebaut“ (Raum). Ich freue mich immer über Beispiele von Räumen, die Lesende mir geben 🙂 Ich habe dieses Gebäude gefunden: https://www.sonnweid.ch Und frage mich nun, mit den Materialien, Formen und visuellen Eindrücken, wie wird das wohl wahrgenommen?

    Ja, ich denke auch dass die Veränderung auch ein neuer Weg ist; anders als vorher, vor allem in dieser Zeit, wo es weltweit mit Nähe und Distanz, auch ohne eine Demenz, eine Herausforderung ist, mit den Lieben in Kontakt zu bleiben. Sie scheinen zusammen einen Weg zusammen zu finden. Ich weiß das von außen, natürlich, nicht, aber so erschien es mir, von dem, was ich bislang las.

    Vielen Dank für Ihre Nachricht und den Hinweis auf Ihren Blog, mit literarischen Texten und künstlerischen Bildern:)

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