Die grüne Stadt (the green city)

(English below).

"Ich sitze in einem vertikalen Garten links."

Das schrieb ich neulich einer Freundin. Es war eine Wegbeschreibung. Als ich es schrieb, musste ich lachen: Vertikale Gärten, das klingt doch irgendwie utopisch? Ja und Nein. Denn es gibt sie bereits, die städtische Landschaftsgestaltung in der Vertikalen.

Heute geht es über die Vor- und Nachteile Vertikaler Gärten, über zwei Theorien zur Natur aus der Umweltpsychologie, und ich schreibe etwas zur Begrünungsplanung.


Praktisch / Die Vor- und Nachteile Vertikaler Gärten

In Deutschland ist das wohl bekannteste Beispiel für Vertikale Gärten die 70m² grüne Wand der Galerie Lafayette in Berlin, gestaltet vom französischen Botaniker Patrick Blanc. Ebenfalls ganz groß raus kommt das Thema Grüne Wände, Hängende Gärten und Pflanzenbilder auch im digitalen Raum, denn so etwas sieht immer gut auf Fotos aus. Die Hürden zur Umsetzung der Gärten werden im Internet aber oft nicht benannt.

Es gibt einige Herausforderungen mit Vertikalen Gärten.

  • Um Kohlendioxid in Sauerstoff umzuwandeln und Feinstaub zu binden, bedarf es großer Flächen. Das kostet Geld.
  • Zwar kann die Vertikale Begrünung günstig angelegt werden. Jedoch entstehen in der Wartung oft hohe Kosten. Denn nicht nur Wasser, sondern auch Dünger und Nährstoffe müssen vertikal verteilt werden.
  • Oft gibt es bautechnische Hindernisse. Die modernen energiesparenden Massiv-Dämmplatten, die die Energie im Gebäude halten, bieten den Rank-Hilfen für vertikale Gärten keinen Halt. Neue Wohnanlagen haben aus diesem Grund oft keine Möglichkeit für eine vertikale Begrünung; und übliche Efeu-Wurzeln würden die Dämmungsmaterialien zerstören. Alternative Systeme sind in der Hauswand und im Boden verankerte Kletterhilfen, die den Dünger aus der Erde ziehen und trotzdem hoch ranken.
  • Es gibt in Deutschland zurzeit noch zu wenig Investorinnen und Investoren, die ein solches Projekt langfristig fördern.

Sind das einige Gründe, warum ich in Deutschland in den letzten Jahren kaum vertikale Gärten gesehen habe? Nicht einmal Erbsen- und Bohnenranken, wie im Märchen mit Hans und dem Riesen. Meistens waren es nur die unbeliebten Efeu-Ranken, die sich gerne tief in die Wände graben. Manchmal gibt es Weinranken-Fassaden. Aber wenn ich mir industrielle Städte anschaue, ist der Stadtraum immer noch oft grau.

Dabei sind die Vorteile klar: Moose und Gräser wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um und binden Feinstaub. Grüne Dächer und Fassaden könnten so die Luftqualität und das Wohlbefinden in den Innenstädten verbessern. Apropos Wohlbefinden….


Theoretisch / Zwei Theorien zur Natur aus der Umweltpsychologie

Eine Ökologin fragte mich neulich, welche Theorien ich kenne, die erklären, warum Grünflächen wie Bäume, Grasfelder, Büsche, usw. so einen so guten Einfluss auf uns haben. Um das zu beantworten geht es jetzt zum Theorieteil, bevor wir am Ende des Berichtes zu den Vertikalen Gärten zurückkehren.

Studien mit einfacher Botschaft: Natur ist gut

Die wohl bekannteste Theorie aus der Umweltpsychologie sagt:

"Die Sicht aus einem Fenster im Krankenhaus auf Natur ist besser, 
als auf eine Backsteinmauer zu schauen." 

Unzählige Male wurde diese Studie von Roger Ulrich (1984), „View Through a Window May Influence Recovery from Surgery“ zitiert – sowohl in der Wissenschaft als auch der Planungs- und Gestaltungspraxis. Die Studie sagt: diejenigen, die aus dem Krankenhauszimmer einen Blick auf die Natur hatten, blieben nicht so lange im Krankenhaus und nahmen weniger Schmerzmittel ein, als diejenigen, die eine Aussicht hatten die nur eine Mauer zeigte.

Bis heute ist Ulrichs Arbeit allseits als „Theorie der Stressverminderung (Stressreduction Theory) bekannt. Eine zweite Theorie zur Umwelt wurde kurz später, 1989, von Stephen und Rachel 🙂 Kaplan geformt: die Theorie der Wiederherstellung der Aufmerksamkeits-Fähigkeit“ (im Englischen klingt das besser: Attention Restoration Theory). Die Botschaft beider Theorien war einfach: Natur ist Gut.

Nur – das hätte uns unsere Oma doch auch sagen können? Warum also der ganze Hype um diese beiden Theorien? Weil diese einfache Botschaft eines der wenigen Beispiele ist, in der die Umweltpsychologie die Stadt-und Gebäudeplanung aktiv beeinflusst hat. Und weil man damit ein Argument in der Tasche hat, warum in der Stadt ein Park angelegt oder im Krankenhaus eine Blume hingestellt werden soll.

Aber wie funktioniert das eigentlich?

Vier Prozesse wie die Natur auf uns wirkt

  1. Natur fasziniert uns (Faszination / Effortless Attention). Die Aufmerksamkeit, die wir der Natur geben, ist nicht wie bei einem Mathetest, oder wenn wir den Lärm der Stadt ignorieren müssen. Wir müssen uns, laut Theorie, gar nicht anstrengen, damit Natur unsere Aufmerksamkeit regeneriert.
  2. Natur gibt uns eine Möglichkeit, Abstand zum Alltag zu finden (Being Away). Das ist logisch. Da wir 90 % unserer Zeit in Gebäuden verbringen, ist es schön, manchmal nicht in Gebäuden zu sein. Indem wir frische Luft, Tageslicht, und Bewegung haben, sind wir abgelenkt davon, was uns sonst noch so bewegt.
  3. Natur gibt uns das Gefühl der Verbundenheit. Wir sind verbunden mit den verschiedenen Elementen in der Umwelt (Extent). Hm! Ich nehme an, das ist evolutionsbedingt? Es gibt auch noch andere Theorien, die spezifizieren, dass wir Savannen mögen, oder Orte die einen Schutzraum bei weiter Sicht bieten.
  4. Natur gibt uns das Gefühl, das tun zu können, was unseren eigentlichen Bedürfnissen, Zielen und Vorlieben entspricht (Compatability). Ich gebe zu, so formuliert, klingen Punkt 3) und 4) etwas seltsam. Also anders: Natur passt zu uns; wir müssen uns nicht anstrengen, damit die Beziehung klappt.

Die Forschung bestätigt diese Theorien: Natur hat, verglichen mit der Stadt, einen positiveren Einfluss auf unseren Herzschlag und Puls, auf Stresshormone und auf unsere Stimmung (vgl. Arbeiten von Terry Hartig). In der Natur entspannen wir uns. Wir haben z.B. weniger Angst und Traurigkeit als im bebauten Raum. In Japan stellten Forschende auch fest, dass alte Menschen länger leben, wenn sie in der Nähe von Grünfläche wohnen (Takano, Nakamura, & Watanabe, 2002). Ich denke, das kommt bestimmt von der Interaktion mit der Natur. Mehr rausgehen bedeutet, mehr Leuten zu begegnen – und beides hält länger fit?

In Asien gibt es die Idee des Shinrin-Yoku (zu Deutsch: des Waldbadens), die zurzeit in Europa Gefallen findet. Dies geht einen Schritt weiter als die „effortless attention“ (Punkt 1 oben). Hier steht eine bewusste Beschäftigung mit der Natur zentral: wie fühlt sich die Atmosphäre des Waldes an, was kann man Alles wahrnehmen? Das kann in Zeiten der Digitalisierung gut sein. Tatsächlich hat dies im Hintergrund jedoch die Annahme, dass Phytonzide, natürliche Abwehrmittel von Pflanzen gegen Insekten, beruhigend wirken und den Blutdruck und einige mit Stress verbundene Gehirnaktivitäten verringern. Wie wissenschaftlich diese Annahme ist, habe ich noch nicht erkundet. Yoga im Freien fühlt sich jedenfalls besser an als Yoga im Gebäude ;-).

Wie auch immer genau die Prozesse verlaufen,
wir merken es oft selbst: Grün (und blau) ist gut. 

Tipps für das Grün in der Stadtplanung

Singapur möchte eine Stadt im Garten sein. Unter allen Brücken, an jeder Ecke, vertikal an vielen Gebäuden, und als Park; verteilt in der ganzen Stadt. Es wirkt auf mich zwar oft künstlich, da sich das Bild stets wiederholt. Aber die Stadt ist grün, wirklich überall. Deswegen gibt es einige Tipps, die wir von Singapur abgucken können:

  • Es ist vorgeschrieben, dass ein Baugrundstück in Singapur nach der Fertigstellung den gleichen Anteil an Begrünung wie an Bebauung einbringen muss. Dies ist für die Stadtplanung wichtig, weil der Stadtraum begrenzt und voller Menschen ist. Deswegen gibt es viele vertikale Grünflächen.
  • Die Stadt erhebt zudem hohe Abgassteuern. Die Einnahmen werden genutzt, um neue Grünflächen anzulegen.

In der Planung ist es am Wichtigsten, die Bedürfnisse, Kultur und Vorlieben der Benutzer zu berücksichtigen. Das gilt auch fuer die Grünflachen:

  • Für Kinder bedeutet das: Wenn man Wasser einplant, dann wäre es schön, wenn Kinder darin planschen könnten. Interaktion ist wichtig. Und, Prinzip „Mystery“: Es sollte auch Platz zum Erkunden geben, welche Informationen sich bieten, wenn man weiter läuft (das gilt übrigens für alle Altersgruppen).
  • Für ältere Menschen bedeutet das, in den Gärten Wege mit kleineren Distanzen einzubauen, und auf eingeschränkte Mobilität angepasste Wege, viele saubere Sitzplätze, saubere WCs, Schutz vor dem Wetter, und sozialen Rückzug, wie auch Möglichkeit zur Interaktion, zu bieten. Für Nutzerinnen und Nutzer von Rollis sollte es auf der etwas niedrigeren Sichtebene genauso interessante Vistas geben wie für Andere. Übergänge zwischen Gehwegen sollten keine Barrieren darstellen und sollten dahingehend gepflegt werden.
  • Kulturell bedeutet das: ein riesiges Picknickfest auf dem Gras ist für einige Kulturen und Altersgruppen der beste Sonntagnachmittag – während Jugendliche vielleicht genau dort vielleicht am liebsten Ball spielen. Wenn sich ein Ort mit kulturellen Vorlieben (Picknick) verbunden ist, sind Menschen eher bereit, sich um den Bereich zu kümmern.

In der Planung von horizontalen Gärten gibt es mehrere Möglichkeiten zum Gestalten:

  1. Grüne vertikale Wände, zur Luftverbesserung, Schallverringerung, Wohlbefinden (usw.), und der Anbau von Lebensmitteln auf Dächern und ungenutzten Raum. In Deutschland gibt es darauf spezialisierte Firmen (nach dem Motto: Tu Gutes und verdien Geld damit). In der Planung fragt man sich zumeist bautechnische Dinge: Ist die Wand tragfähig? Wie sind die Lichtverhältnisse, wie ist der Schutz vor Unwetter? Wie wird automatisch bewässert, wie gedüngt, wohin läuft das Wasser ab? Wie werden Schädlinge vermieden? Dient es der Dekoration, oder sollen die Pflanzen auch noch essbar sein? Wer kümmert sich langfristig darum?
  • Gärten die in Hochhäuser auf bestimmten Etagen eingebunden sind. Diese sind im Grunde wie horizontale Gärten. Hinzu kommen natürlich ebenso wie in einem Gebäude der Schutz vor Wetter, Barrieren um nicht herunterzufallen, und Sitzgelegenheiten. Es kann aber wie im horizontalen Garten auch sich windende Pfade, Rückzugs-, Interaktions-, und Spielmöglichkeiten (usw.) geben. In tropischen Gebieten muss auf diesen Terrassen ein Ventilator einen Luftzug gegen das feuchtwarme Klima bieten. Trotzdem sind die meisten Beispiele die ich für diese Garten-Etagen kenne oft leer.

Ich bin mit diesem Thema noch lange nicht fertig. Aber sonst wird der heutige Bericht zu lang. Ich gebe Euch einfach unten eine Leseliste, damit ihr bei Bedarf weiterlesen könnt, wenn Euch das Thema interessiert.

  • Kontaktiert mich gerne, wenn ihr bestimmte Themen im Detail vertieft sehen wollt, oder Fragen zum Artikel, oder zur Referenzliste (unten) habt. Und wie immer: kommentiert gerne unten, wenn ihr mögt 🙂

Weiterlesen? Aber gerne!

Projekte und Meinungen (keine Affiliates)

Vertikale-Gärten Projekte in Deutschland: Green City – Wohnen von morgen, Seite 39 (Box unten), JungDMS, April 2019.

Vertikale-Gärten Projekte in Singapur: Grün, grüner, grün – Hotel in Singapur von WOHAVertikale-Gärten Projekte in Singapur. Detail Daily, 2013.

Kritischer Bericht über Vertikale-Gärten: Der geplatzte Traum vom vertikalen Garten. Haimann, Die Welt, 2016.

Rooftop Farming in Singapur, Comcrop.

Wissenschaft (auch keine Affiliates)

Hansen, M. M., Jones, R., & Tocchini, K. (2017). Shinrin-yoku (forest bathing) and nature therapy: A state-of-the-art review. International journal of environmental research and public health14(8), 851. (Shinrin-Yoku Forschung)

Hartig, T., Mitchell, R., de Vries, S. & Frumkin, H. (2014). Nature and Health. The Annual Review of Public Health 35, 207-228.  (Natur und Gesundheitswerte)

Hunter, M. R., Gillespie, B. W., & Chen, S. Y. P. (2019). Urban nature experiences reduce stress in the context of daily life based on salivary biomarkers. Frontiers in psychology10, 722. (Natur und Gesundheitswerte)

Kaplan, R. & Kaplan, S. (1989). The Experience of Nature: a psychological perspective. Cambridge University Press. (Natur und Psychologie)

Kaplan, S. (2001). Meditation, restoration, and the management of mental fatigue. Environment and Behavior, 22, 480-506.  (Natur und Psychologie)

Sugiyama, T., and C.W. Thompson. 2006. Environmental support for outdoor activities and older people’s quality of life. Journal of Housing for the Elderly 19, 3-4: 167-185. (Natur und alte Menschen)

Takano, T., K. Nakamura, and M. Watanabe. 2002. Urban residential environments and senior citizens’ longevity in megacity areas: The importance of walkable green spaces. Journal of Epidemiology and Community Health 56, 12: 913-16. (Natur und alte Menschen)

Tanja-Dijkstra, K., Pahl, S., White, M. P., Andrade, J., May, J., Stone, R. J., … & Moles, D. R. (2014). Can virtual nature improve patient experiences and memories of dental treatment? A study protocol for a randomized controlled trial. Trials15(1), 90 (Natur in virtueller Realität und Zahnarztangst)

Ulrich, R. (1984). View through a window may influence recovery from surgery. Science, 224, 420-421.  (Kernstudie zum positiven Einfluss der Natur)

Ulrich, R.S. (1999). Effect of gardens on health outcomes: Theory and research. In: Marcus, C.C. & Barnes, M. (Eds.). Healing Gardens: Therapeutic Benefits and Design Recommentations. New York: John Wiley and Sons. (Kernstudie zum positiven Einfluss der Natur)

Wolf, K.L., & E. Housley. 2016. The Benefits of Nearby Nature in Cities for Older Adults. Annapolis, MD: The TKF Foundation. (Natur und alte Menschen)

  • Kommentiert gerne (unten) oder kontaktiert mich (Kontaktseite), wenn ihr Fragen habt, oder ich einen Blog über bestimmte Themen für euch schreiben soll. Das mache ich gerne. 🙂

English version (the green city)

Not translated by me! Translated with http://www.DeepL.com/Translator
There may be minor differences due to mild editing.

"I'm sitting in a vertical garden on the left."

I wrote this to a friend the other day. It was directions. When I wrote it, I had to laugh: Vertical gardens, that sounds utopian, doesn’t it? Yes and no. Because they already exist, the urban landscape design in the vertical.

Today it’s about the advantages and disadvantages of vertical gardens, about two theories about nature from environmental psychology, and I’m writing something about greening planning.

Practical / The advantages and disadvantages of vertical gardens

In Germany, probably the most famous example of vertical gardens is the 70m² green wall of the Galerie Lafayette in Berlin, designed by the French botanist Patrick Blanc. The theme Green Walls, Hanging Gardens and Plant Pictures also makes a big impression in digital space, because something like this always looks good on photos. However, the hurdles to implementing the gardens are often not mentioned on the Internet.

There are some challenges with vertical gardens.

  • In order to convert carbon dioxide into oxygen and to bind fine dust, large areas are required. This costs money.
  • The vertical greening can be put on favorably. However, maintenance costs are often high. Because not only water, but also fertilizer and nutrients must be distributed vertically.
  • Often, there are constructional obstacles. The modern energy-saving solid insulating boards that hold the energy in the building do not provide any support for the Rank aids for vertical gardens. For this reason, new residential complexes often have no possibility for vertical greening; and common ivy roots would destroy the insulation materials. Alternative systems are climbing aids anchored in the house wall and floor, which pull the fertilizer out of the ground and still climb high.
  • Finally, there are currently too few investors in Germany who are supporting such a project in the long term.

Are these some of the reasons why I have hardly seen any vertical gardens in Germany in recent years? Not even pea and bean tendrils, as in the fairy tale with Hans and the Giant. Usually, it was only the rather unpopular ivy tendrils that liked to dig themselves deep into the walls. Sometimes there are vine tendril facades. But when I look at industrial cities, the urban space is still often grey.

The advantages are clear: mosses and grasses convert carbon dioxide into oxygen and bind fine dust. Green roofs and facades could thus improve air quality and well-being in inner cities. Apropos well-being….

Theoretical / Two theories on nature from environmental psychology

An ecologist recently asked me what theories I know that explain why green spaces like trees, grass fields, bushes, etc. have such a good influence on us. To answer this, we now go to the theory part before returning to the Vertical Gardens at the end of the report.

Studies with a simple message: Nature is good

Probably the best known theory from environmental psychology says:

"The view of nature from a window in a hospital is better, 
than to look at a brick wall."

This study has been cited countless times by Roger Ulrich (1984), „View Through a Window May Influence Recovery from Surgery“ – both in science and in planning and design practice. The study says: „Those who had a view of nature from the hospital room did not stay so long in the hospital and took less painkillers than those who had a view of only one wall.

To this day, Ulrich’s work is widely known as „Stressreduction Theory“. A second theory on the environment was formed shortly afterwards, in 1989, by Stephen and Rachel 🙂 Kaplan: the „Attention Restoration Theory“. The message of both theories was simple: nature is good.

But our grandmother could have told us that, couldn’t she? So why all the hype about these two theories? Because this simple message is one of the few examples in which environmental psychology has actively influenced urban and building planning. And because you have an argument in your pocket as to why a park should be created in the city or a flower put up in the hospital.

But how does this actually work?

Four processes how nature affects us

  • Nature fascinates us (Fascination / Effortless Attention). The attention we give to nature is not like a math test or when we have to ignore the noise of the city. According to theory, we don’t have to make any effort at all for nature to regenerate our attention.
  • Nature gives us a way to get away from everyday life (Being Away). This is logical. Since we spend 90% of our time in buildings, it is nice not to be in buildings sometimes. By having fresh air, daylight, and exercise, we are distracted from what else moves us.
  • Nature gives us a sense of connectedness (Extent). We are connected to the different elements in the environment. Hm! I suppose this is evolutionary? There are also other theories that specify that we like savannahs, or places that offer shelter with distant vision.
  • Nature gives us the feeling that we can do what corresponds to our actual needs, goals and preferences. I admit, so to speak, points 3) and 4) sound somewhat esoteric. In other words: nature suits us (compatibility); we don’t have to make an effort to make the relationship work.
  • Research confirms these theories: Compared to the city, nature has a more positive influence on our heartbeat and pulse, on stress hormones and on our mood (cf. work by Terry Hartig). In nature we relax. For example, we have less fear and sadness than in built-up areas.

In Japan, researchers also found that old people live longer when they live near green spaces (Takano, Nakamura, & Watanabe, 2002). I think: this is certainly due to the interaction with nature. Going out more means meeting more people – and both keep fit longer?

In Asia there is the idea of the Shinrin-Yoku (in English: the forest bath), which is currently enjoying a warm welcome in Europe. This goes one step further than the „effortless attention“ (point 1 above). A conscious preoccupation with nature is central here: how does the atmosphere of the forest feel, what can you perceive? This can be good in times of digitalization. In fact, however, this has in the background the assumption that phytoncides, natural plant repellents against insects, have a calming effect and reduce blood pressure and some stress-related brain activity. I have not yet explored how scientific this assumption is. In any case, outdoor yoga feels better than indoor yoga ;-).

Whatever the exact process, we often notice it ourselves: 
Green (and blue) is good. 

Tips for green in urban planning

Singapore wants to be a city in the garden. Under all bridges, at every corner, vertically at many buildings, and as a park; distributed throughout the city. It often seems artificial to me, as the picture always repeats itself. But the city is green, really everywhere. Therefore, there are some tips that we can copy from Singapore:

It is prescribed that a building plot in Singapore has to bring in the same amount of greenery after the completion as in the building development. This is important for urban planning because the urban space is limited and full of people. That’s why there are so many vertical green spaces. The city also levies high exhaust taxes. The revenues are used to create new green spaces.

The most important thing in planning is to consider the needs, culture and preferences of the users. This also applies to the green areas:

  • For children this usually means: If you plan for water, then it would be nice if children could splash in it. Interaction is important. And, principle „Mystery“: There should also be space to explore what information is available if you continue to walk (this applies to all age groups, by the way).
  • For older people, this means building paths with shorter distances in the gardens and paths adapted to limited mobility, many clean seats, clean toilets, protection from the weather, and social retreat, as well as opportunities for interaction. For users of Rollis there should be as interesting Vistas on the lower level as for others. Transitions between sidewalks should not be barriers and should be maintained.
  • In some cultures, a huge picnic on the grass is the best Sunday afternoon – while young people may prefer to play ball there. If a place is associated with cultural preferences (picnic), people are more willing to take care of the area.

There are several ways to design horizontal gardens:

  • Green vertical walls, for air improvement, sound reduction, well-being (etc.), and the cultivation of food on roofs and unused space. In Germany there are specialized companies (according to the motto: Do good and earn money with it). One often asks oneself in the planning mostly construction-technical things: Is the wall load-bearing? What are the lighting conditions like, what is the protection against storms like? How is water automatically irrigated, how is fertiliser applied, where does the water run off to? How are pests avoided? Does it serve as decoration, or should the plants also be edible? Who will take care of this in the long term?
  • Gardens integrated in skyscrapers on certain floors. These are basically like horizontal gardens. In addition, as in a building, there is of course protection from the weather, barriers to prevent falling, and seating. There can be winding paths, retreat, interaction and play possibilities, etc.. In tropical areas, a fan must provide draught against the humid warm climate. Nevertheless, most of the examples I know of for these garden floors are often empty.
(refer to above photo gallery when you read this)

I am far from finished with this topic. But otherwise today’s report will be too long. I’ll just give you a reading list below so you can continue reading if you’re interested.

  • Please feel free to contact me if you would like to see some of the topics in more detail, or if you have questions about the article, or the reference list (below). And as always: comment below if you like 🙂

Read more? Sure thing!

Practice

Vertical Garden Projects in Germany. Green City – Wohnen von morgen, Seite 39 (Box unten), JungDMS, April 2019. (German only)

Vertical Garden Projects in Singapur: Grün, grüner, grün – Hotel in Singapur von WOHAVertikale-Gärten Projekte in Singapur. Detail Daily, 2013. (German only)

Critique about Vertical Garden Projects: Der geplatzte Traum vom vertikalen Garten. Haimann, Die Welt, 2016. (German only)

Rooftop Farming in Singapur, Comcrop.

Research

Hansen, M. M., Jones, R., & Tocchini, K. (2017). Shinrin-yoku (forest bathing) and nature therapy: A state-of-the-art review. International journal of environmental research and public health14(8), 851. (Shinrin-Yoku Research)

Hartig, T., Mitchell, R., de Vries, S. & Frumkin, H. (2014). Nature and Health. The Annual Review of Public Health 35, 207-228.  (Nature and Health)

Hunter, M. R., Gillespie, B. W., & Chen, S. Y. P. (2019). Urban nature experiences reduce stress in the context of daily life based on salivary biomarkers. Frontiers in psychology10, 722. (Nature and Health)

Kaplan, R. & Kaplan, S. (1989). The Experience of Nature: a psychological perspective. Cambridge University Press. (Nature and Psychology)

Kaplan, S. (2001). Meditation, restoration, and the management of mental fatigue. Environment and Behavior, 22, 480-506.  (Nature and Psychology)

Sugiyama, T., and C.W. Thompson. 2006. Environmental support for outdoor activities and older people’s quality of life. Journal of Housing for the Elderly 19, 3-4: 167-185. (Nature und Older Persons)

Takano, T., K. Nakamura, and M. Watanabe. 2002. Urban residential environments and senior citizens’ longevity in megacity areas: The importance of walkable green spaces. Journal of Epidemiology and Community Health 56, 12: 913-16. (Nature und Older Persons)

Tanja-Dijkstra, K., Pahl, S., White, M. P., Andrade, J., May, J., Stone, R. J., … & Moles, D. R. (2014). Can virtual nature improve patient experiences and memories of dental treatment? A study protocol for a randomized controlled trial. Trials15(1), 90 (Nature and VR and dental anxiety)

Ulrich, R. (1984). View through a window may influence recovery from surgery. Science, 224, 420-421.  (Key study for the beneficial effects of nature)

Ulrich, R.S. (1999). Effect of gardens on health outcomes: Theory and research. In: Marcus, C.C. & Barnes, M. (Eds.). Healing Gardens: Therapeutic Benefits and Design Recommentations. New York: John Wiley and Sons. (Key study for the beneficial effects of nature)

Wolf, K.L., & E. Housley. 2016. The Benefits of Nearby Nature in Cities for Older Adults. Annapolis, MD: The TKF Foundation. (Nature und Older Persons)

  • Please comment below or via the contact page, if you like! You can also ask me any questions about today’s topic or about the reference list, and I can tailor a blog article for you, if you tell me the topic of interest 🙂

Not translated by me! Translated with http://www.DeepL.com/Translator
There may be minor differences due to mild editing.



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