Was sagt eine Umweltpsychologin zum Warten im Raum? (waiting in a space)

(English below). Warten: an der Bushaltestelle, in der Schlange zur Kasse, bei der Ärztin oder dem Arzt, beim Amt mit einer Nummer, in einer Telefonschleife, im Stau, an der Ampel… Wir alle warten.

Was tun wir dagegen? Bunte Diamanten anordnen, Früchte wegwischen, Tierchen mit Bällen einfangen. Wir checken E-Mails. Wir rufen jemanden an oder chatten. Wir haben unseren digitalen Bauernhof, der jetzt in diesem Wartemoment unsere volle Aufmerksamkeit bekommt. Wenn wir kein Smartphone haben, stecken wir den Kopf in eine Zeitschrift, egal wie langweilig wir sie finden, oder treten von einem Fuss auf den anderen und starren ins Leere, bestenfalls dort, wo keine anderen Menschen sind. Manche von uns kommen ins Grübeln, haben Sorgen oder denken an die ewige To-Do Liste.

Es scheint als können oder wollen wir nicht, dass dieser Wartezustand, dieser eine, lange Lebensmoment, „sinnlos“ durch das Warten vergeudet wird; als müssten wir jeden Leerlauf, Leerraum, Leerstand, der sich bietet mit etwas füllen, „egal was“. Somit werden wir recht kreativ, wenn es darum geht, Wartezeiten zu überbrücken. Es gibt sogar eine Wiki-How zum Thema „Erreichen, dass die Wartezeit schneller vergeht“.

Eigentlich ist das Warten ein Moment, in dem wir in unserer vollen Planung einmal Zeit haben. Zum Beispiel, um uns nach innen gewandt zu fragen, wie es uns eigentlich gerade geht, was wir um uns herum wahrnehmen, was wir alles in uns, oder um uns herum spüren.

Bloggerkollegin „jetztistdiebestezeit„, schrieb auf ihrem Blog Lebens:weise einen guten Bericht dazu, wie wir das Warten wahrnehmen; schaut mal bei ihr vorbei. Sie fragte mich, was eine Umweltpsychologin wohl zum Thema „Warten im Raum“ sagen würde. Hier ist meine Antwort:

Die verzerrte Wahrnehmung der Wartezeit

Warten hat eine einfache Definition: Etwas passiert noch nicht jetzt, sondern erst in der Zukunft. Wir sind in der Gegenwart. Die Zwischenzeit zwischen dieser Gegenwart und dem Ereignis in der Zukunft läuft gleichmäßig in Stunden, Minuten, Sekunden ab, bis dieses Ereignis, auf das wir gewartet haben, dann wirklich passiert. A > … > B.

Spannender als die numerische Zeit die vergeht finde ich, wie wir diese Zeit tatsächlich wahrnehmen. A > … ? … ? … > B. Ein Aspekt dieser Wahrnehmung ist, wie sehr wir uns auf die Zeit, die vergeht, konzentrieren. Wenn wir uns auf diese Wartezeit konzentrieren, scheint sie langsamer, und wenn wir uns ablenken, schneller, zu vergehen.

Sackett et al. (2010) belegten, dass Teilnehmende, die sich mit einer sehr langweiligen Aufgabe befassten und danach Feedback bekamen, dass die Arbeitszeit nur halb so lange gedauert habe als sie selbst dachten, ein angenehmes Gefühl hatten. Lustig ist: Ihr Gefühl war sogar angenehmer als bei Teilnehmenden der Kontrollgruppe, die genau die gleiche Aufgabe erledigten, aber kein Feedback über die tatsächlich vergangene Zeit bekamen.

Das Forscherteam fand auch heraus, dass Menschen, die den inneren Glaubenssatz hatten, „dass die Zeit schneller vergeht, wenn man Spaß hat“, ebenfalls eine Tendenz dazu hatten, zu glauben dass sie „Spaß hatten, als die Zeit verging“ – und das obwohl diese Aufgabe an sich wie gesagt extrem langweilig war. Unser Glaube über die Zeitwahrnehmung wird in diesem Fall zur selbsterfüllenden Prophezeiung; ala: „Oje, diese Aufgabe war wirklich sterbenslangweilig. Aber hey, sie muss ja gut gewesen sein, denn die Zeit, so sagte man mir, lief viel schneller, als ich selbst dachte. Vermutlich hatte ich also Spaß dabei.“


Wartezimmer beim Arzt

Stell Dir das Warten auf eine Wurzelkanal-Behandlung, Darmspiegelung, oder ein Diagnose-Gespräch vor, dann weißt Du was ich meine: Wartebereiche sind oft Räume, in denen Patienten und Patientinnen alleine mit ihren Sorgen und Gedanken sind. Deswegen sollten Planerinnen und Planer hier auf Ablenkung und Entspannung setzen.

Was funktioniert nicht so gut?

Funktionieren ablenkende Videos im Wartebereich? Vermutlich nicht, fanden Pruyn und Smidts (1998) in einer Vergleichsstudie. (Oder waren die ’98-ger Fernsehprogramme einfach nicht spannend genug?). Es gibt auch heute noch viele Wartebereiche, die zur Überbrückung der Wartezeit Videos anbieten die in ewigen Schleifen ablaufen. Je länger ich dort sitze, desto mehr ärgere ich mich darüber, dass sie sich ständig wiederholen – und ich immer noch warte.

Der Inhalt dieser Videos ist ebenfalls entscheidend. Mich stört es zum Beispiel, über das Risiko von schlechter Handhygiene informiert zu werden, wenn ich gerade wegen einem unerklärlichen Juckreiz an der Hand im Wartezimmer einer Dermatologin sitze. Auch Botox-Reklameflyer in der Hautpraxis, oder Reklame bei der Zahnärztin, wie man fiese Zahnkrankheiten vermeiden kann, finde ich im Wartezimmer eher verstörend als beruhigend.

Versteht mich bitte nicht falsch: Es ist sicherlich richtig, über Extraangebote zu informieren. Und vielleicht sind die Ärztinnen und Ärzte auf diese Extraangebote finanziell sogar angewiesen. Aber für mich ist das eher eine Art Zukunft, die wir zusammen vermeiden sollten. So sehen Healing Environments nicht aus, finde ich.

Was funktioniert stattdessen?

  • Musik

So traditionell dies erscheint, so sehr finde ich klassische Musik beim Zahnarzt immer noch eine gute Idee. Nicht jede Art von klassischer Musik ist jedoch zielführend für die Entspannung, wie ich in meiner Bachelorarbeit fand. Denn auch klassische Musik kann eine große Variation in der Tonhöhe, Lautstärke und Dramatik haben und damit aufregend sein (und das ist auch gut so).

Am besten passt Musik, die einheitlich 60 bpm abspielt. 60 bpm liegt nahe an unserem Herzschlag im entspannten Modus und unterstützt die körperliche Entspannung. Diesen Effekt kann instrumentale Popmusik übrigens genauso schaffen wie die Klassik, fand ich in meiner Arbeit.

Bei großer Angst und Sorge kann man am Besten eigene Musik mitnehmen – hier kann auch Dein Heavy Metall oder Dein Lieblings-Podcast funktionieren; sogar wenn dies nicht die oben genannten 60 bpm hat. Die Entspannung entsteht dann über die mentale Ablenkung, nicht nur über die körperliche Entspannung.

  • Zeitschriften

Ärztinnen und Ärzte legen seit langem Zeitschriften und Magazine in Warteräumen aus. Einige Kliniken geben Fragebögen, die man in der Wartezeit ausfüllen kann. Auch das überbrückt einen Teil der Wartezeit effektiv und effizient.

  • Raumstimulation

Ingham und Spencer (1997) zeigten, dass sowohl Dekorationen, als auch bequeme Möbel im Wartezimmer einer Zahnpraxis damit verbunden waren, wie sicher und entspannt sich die Patientinnen und Patienten beim Warten fühlten.

Eine positive Raumstimulation kann Wartenden im Krankenhaus oder einer Ärztinnen-Praxis helfen, die Wartezeit positiv zu überbrücken. Dies kann durch verschiedene Stellschrauben in der an den Kontext angepassten Beleuchtung, Einrichtung, und Farben entstehen.

Wichtig ist, dass der Warteraum weder sensorisch steril und leer, noch wild und aufregend ist. Wir brauchen einen Raum, der uns fasziniert ohne uns zu belasten.

Ein Faktor im Design ist, jegliche Assoziationen mit negativen Aspekten der Behandlung auszuschalten, z.B. die Sicht auf Behandlungswerkzeuge zu kaschieren und Geräusche aus dem Behandlungsraum nicht in den Wartezimmer-Bereich tönen zu lassen.

Auch Gerüche haben einen positiven Einfluss auf Angst und Emotionen im Warteraum (Lehrner, Marwinski, Lehr, Johren, & Deecke, 2005), so lange es man nicht damit übertreibt.


Wartezimmer im Krankenhaus

Segregation ist prinzipiell eine schlechte Idee, finde ich. In dem meisten Fällen ist die Diversität und das Sichtbar-Machen von unseren individuellen Verschiedenartigkeiten innerhalb der Gesellschaft besser für unsere Stadt und unsere Gebäude, als die Trennung von Menschengruppen. Es gibt einige Ausnahmen. Ein Krankenhaus im Flughafen zu integrieren wäre wegen der multiresistenten Viren in der Nähe eines internationalen TransportHubs keine gute Idee. Aber: wie ist das bei Wartezimmern?

Indem z.B. die Patientinnen und Patienten die ein gewisses Formular schon ausgefüllt haben, und solche die das noch nicht getan haben, getrennt platziert werden, bekommen Menschen das Gefühl, dass sie innerhalb ihrer „Geschichte“ (also der Zeit zwischen dem Start und dem Endpunkt des Wartens) bereits „weiter“ als andere sind.

Warum ist das so? Es ist wie mit einem Roman, in der die Heldin einfach schon im nächsten Kapitel ist. Dies verkürzt die subjektiv wahrgenommene Wartezeit, denn ich weiss: sobald ich das Formular ausgefüllt habe, geht es auch bei mir weiter. Man wartet auf die Wartezeit. Aber mit Storytelling-Elementen könnten Planerinnen und Planer die Wartezeit verschieden „eintakten“, wie in einem Theaterstück. (Notiz: Wenn ihr das ausprobiert, kontaktiert ihr mich bitte).


Wartesysteme am Amt

Am Automaten zieht man eine Zahl, bevor man den Support am Amt erhält. Weil die Reihenfolge der Nummern öffentlich einsehbar ist und Du Deine Nummer kennst, entsteht eine Erwartung, wann Du an der Reihe sein wirst. Das gibt Dir ohne weitere Erklärung ein gewisses Maß an „Kontrolle“ über Deine Umwelt. Klingt erst einmal gut.

Was funktioniert nicht so gut?

Aber: Deine Erwartung ist, dass die Abstände der Zeit gleichmäßig verteilt werden. Das ist nicht immer so. Manchmal hängt es von der Art des Supports oder der Behandlung ab, wie man aufgerufen wird. Die Kontrolle ist deswegen nur „erlebt“, aber nicht wirklich vorhanden.

Es ist eine Scheinkontrolle, die schnell zur Frustration wird, wenn die Erwartungen über die Wartezeit gebrochen werden. Man ist dann dem System ausgeliefert. Man erlebt Gefühle der Ungerechtigkeit, wenn Andere vor Einem dran kommen. Man hat ein verzerrtes Bild davon, wie lange man noch warten soll. Es wird nicht angezeigt, wie lange es dauert, bis man den Support wirklich bekommt.

Was funktioniert stattdessen?

Ein Tipp bei der Zeitangabe des Systems ist, die Wartezeit etwas langer anzuzeigen, als sie tatsächlich sein wird. Die Wartenden stellen sich z.B. im Ferienpark auf „etwa 30 min“ Schlange stehen vor der Attraktion ein. Wenn es dann nur 20 min dauert, werden sie sehr zufrieden sein. Das lässt sich vielleicht auch in Kliniken oder beim Amt anwenden.

Manchmal gibt es ebenfalls einen Hinweis dabei, dass die Nummern nicht chronologisch bearbeitet werden. Das ist gut, da dann wenigstens die Erwartung der Gleichmäßigkeit der Zeitabstände schwindet. Indem man Einblick in die verschiedenen Abläufe des Systems gibt, gibt man wieder etwas Kontrolle an die Wartenden zurück. Diese Idee funktioniert z.B. ganz gut in der IKEA Möbelausgabe, wo das Wartesystem Feedback gibt, in welchem Ablauf des Prozesses man sich gerade befindet.

Fazit: Warten auf Godot?

Auch wenn es scheint, dass wir unendlich warten, warten wir meist nicht unendlich. Und beim Warten können wir jede Menge sinnvolle Dinge tun, wie gute Gespräche mit Menschen anfangen die uns im Raum spontan begegnen, unsere Schuhe aus und wieder neu anziehen, oder nachdenken und philosophieren (vgl. Samuel Beckett’s Warten auf Godot).

Wie gehst Du mit Wartezeiten um? Wie erlebst du Warten in verschiedenen Räumen? Schreib gern im Kommentarfeld!


Weiterlesen? Aber gern!

Beckett, Samuel (1953). Warten auf Godot. Theaterstueck.

Ingham, B., & Spencer, C. (1997). Do comfortable chairs and soft lights in the waiting area really help reduce anxiety and improve the practice’s image?. Health psychology update, 17-20. (Artikel nicht online verfuegbar)

Lehrner, J., Marwinski, G., Lehr, S., Johren, P., & Deecke L. (2005). Ambient odors of orange and lavender reduce anxiety and improve mood in a dental office. Physiology & Behavior, 86 , 92-95.

Pruyn, A., & Smidts, A. (1998). Effects of waiting on the satisfaction with the service: Beyond objective time measures. International Journal of Research in Marketing , 15, 321-334

Sackett, A. M., Meyvis, T., Nelson, L. D., Converse, B. A., & Sackett, A. L. (2010). You’re Having Fun When Time Flies: The Hedonic Consequences of Subjective Time Progression. Psychological Science21(1), 111–117. h

WikiHow. Erreichen,-dass-die-Zeit-schneller-vergeht


Wie gehst Du mit Wartezeiten um? Wie erlebst du Warten in verschiedenen Räumen? Schreib mir gern im Kommentarfeld!


English version (via DeepL)

Waiting: at the bus stop, in the queue to the cash register, at the doctor’s, at the office with a number, in a telephone loop, in a traffic jam, at the traffic lights… We all wait.

What do we do about it? Arrange colorful diamonds, wipe away fruits, catch animals with balls. We check e-mails. We call someone or chat. We have our digital farm, which now gets our full attention in this waiting moment. If we don’t have a smartphone, we put our head in a magazine, no matter how boring we find it, or step from one foot to the other and stare into space, at best where there are no other people. Some of us start thinking, have worries or think of the eternal to-do list.

It seems as if we can’t or don’t want this waiting state, this one, long moment of life, to be wasted „senselessly“ by waiting; as if we have to fill every idle run, empty space, empty state that offers itself with something, „whatever“. Thus we become quite creative when it comes to bridging waiting times. There is even a Wiki-How on the topic ‚Achieving that the waiting time passes faster‘.

Actually, waiting is a moment when we would have time in our full planning. For example, to ask ourselves inwardly how we are actually doing, what we perceive around us, what we feel inside or around us.

Blogger colleague „jetztistdiebestezeit“, wrote a good report on how we subjectively perceive waiting, take a look at her. There she also asked me what an environmental psychologist would say about waiting in space. Here is my answer:

The distorted perception of waiting time


Waiting has a simple definition: Something does not happen now, but only in the future. We are in the present. The interim time between this present and the event in the future runs evenly in hours, minutes, seconds units, until this event we have been waiting for really happens. A > … > B.

What I find more exciting than the numerical time that passes is how we actually perceive this time. A > … ? … ? … > B. One aspect of this perception is how much we concentrate on the time that passes. If we concentrate on this waiting time, it seems slower, and if we distract ourselves, faster, it seems to pass.

Sackett et al (2010) proved that participants who dealt with a very boring task and received feedback afterwards that the working time had lasted only half as long as they thought they had a pleasant feeling. Funny is: The feeling was more pleasant with participants of the control group, who did exactly the same job, but received no feedback about the actually passed time.

The research team also found that people who had the inner belief that „time passes faster when you have fun“ also had a tendency to believe that they „had fun when time passed“ – even though this task itself was extremely boring, as mentioned above. Our faith becomes a self-fulfilling prophecy in the perception of time in this case; ala: „Oh dear, this task was really dull. But hey, it must have been good, because time, I was told, ran much faster than I thought. So I probably had fun doing it.“

Waiting room at the doctor’s
Imagine waiting for a root canal treatment, colonoscopy, or a diagnostic talk, you have an incurable disease, then you know what I mean: Waiting areas are often areas where patients are alone with their worries and thoughts. That’s why planners should focus on distraction and relaxation.

What doesn’t work so well?
Do distracting videos work in the waiting area? Probably not, Pruyn and Smidts (1998) found in a comparative study. (Or were the ’98 TV programs just not exciting enough?). There are still many waiting areas today that offer videos that run in eternal loops. The longer I sit there, the more I get angry about the fact that they keep repeating themselves – and I’m still waiting.

The content of these videos is also crucial. For example, it bothers me to be informed about the risk of poor hand hygiene when I am sitting by the dermatologist’s hand because of an inexplicable itching. I also find Botox advertising flyers in the skin practice or advertising at the dentist’s how to avoid nasty dental diseases more disturbing than calming in the waiting room.

Please don’t misunderstand me: It is certainly right to inform about extra offers. And perhaps doctors are even financially dependent on these extra offers. But for me this is rather a kind of future that we should avoid together. That’s not how healing environments look, I think.

What works instead?
Music
As traditional as this may seem, I still find classical music at the dentist a good idea. However, not every kind of classical music is conducive to relaxation, as I found in my bachelor thesis. Because even classical music can have a great variation in pitch, volume and drama and thus be exciting (and that’s a good thing).

Music that plays a uniform 60 bpm fits best. 60 bpm is close to our heartbeat in relaxed mode and supports physical relaxation. Instrumental pop music can create this effect as well as classical music, I found in my work.

If you’re afraid and worried, it’s best to take your own music with you – your heavy metal or your favourite podcast can also work here, even if it doesn’t have the 60 bpm mentioned above. Relaxation comes through mental distraction, not just physical relaxation.

Magazines
Doctors have been publishing journals and magazines for a long time. Some clinics issue questionnaires that can be filled out during the waiting period. This also effectively and efficiently bridges part of the waiting time.

Room stimulation
Ingham and Spencer (1997) showed that both decorations and comfortable furniture in the waiting room of a dental practice were associated with how safe and relaxed patients felt. Positive room stimulation can help hospital waiters or doctor’s surgeries bridge the waiting time in a positive way. This can be achieved by using different adjustment screws in the lighting, furnishings and colours adapted to the context.

It is important that the room is neither sensory sterile and empty, nor wild and exciting. We need a space that fascinates us without burdening us.

One factor in design is to eliminate any associations with negative aspects of treatment, e.g. concealing the view of treatment tools and not letting noise from the treatment room penetrate into the waiting room area.

Also smells have a positive influence on fear and emotions (Lehrner, Marwinski, Lehr, Johren, & Deecke, 2005), as long as it is not exaggerated.

Waiting room in the hospital
Segregation is basically a bad idea, I think. In most cases, the diversity and visibility of our individual differences within society is better for our city and buildings than the separation of groups of people. There are some exceptions. Integrating a hospital in an airport would not be a good idea because of the multi-resistant viruses near an international transport hub. But what about waiting rooms?

For example, by placing patients who have already filled out a certain form and those who have not and are still in the entrance area separately, people get the feeling that they are already „further“ than others within their „history“ (i.e. the time between the start and the end of waiting).

Why is that so? It’s like a novel in which the heroine is simply already in the next chapter. This shortens the subjectively perceived waiting time, because I know: as soon as I have filled out the form, it goes on with me. You wait for the waiting time. But with storytelling elements, planners could clock in the waiting time in different ways, like in a play. (Note: If you try this, please contact me).

Waiting Systems at the Office
At the machine you draw a number before you get the support at the office. Because the order of the numbers is publicly visible and you know your number, there is an expectation when it will be your turn. This gives you some „control“ over your environment without further explanation. Sounds good to begin with.

What doesn’t work so well?
But: Your expectation is that the intervals of time are evenly distributed. This is not always the case. Sometimes it depends on the type of support or treatment how you are called. The control is therefore only „experienced“, but not really present.

It’s a sham control that quickly becomes frustrating when expectations about the waiting time are broken. One is then at the mercy of the system. One experiences feelings of injustice when others are faced with one. You have a distorted picture of how long to wait. It doesn’t show how long it takes to really get support.

What works instead?
A tip on the system time is to display the waiting time slightly longer than it will actually be. For example, in the holiday park, waiting people queue up for „about 30 minutes“ in front of the attraction. If it only takes 20 minutes, they will be very satisfied. This can also be used in clinics or at the office.

Sometimes there is also a hint that the numbers are not processed chronologically. This is good, because then at least the expectation of uniformity of time intervals disappears. By giving an insight into the different processes of the system, one gives some control back to the waiting people. For example, this idea works quite well in the IKEA Furniture Issue, where the waiting system gives feedback on which process you are currently in.

Conclusion: Waiting for Godot?


Even if it seems that we wait indefinitely, we usually don’t wait indefinitely. And while waiting we can do a lot of meaningful things, like starting good conversations with people who meet us spontaneously in the room, putting our shoes off and on again, or thinking and philosophizing (see Samuel Beckett’s Waiting for Godot).


Even if it seems that we wait indefinitely, we usually don’t wait indefinitely. And while waiting we can do a lot of meaningful things, like starting good conversations with people who meet us spontaneously in the room, putting our shoes off and on again, or thinking and philosophizing (see Samuel Beckett’s Waiting for Godot).

How do you deal with waiting times? How do you experience waiting in different rooms? Write us gladly in the comment field!
Read more? But gladly!
Beckett, Samuel (1953). Waiting for Godot. Theatre play.

Ingham, B., & Spencer, C. (1997). Do comfortable chairs and soft lights in the waiting area really help reduce anxiety and improve the practice’s image?. Health psychology update, 17-20.

Lehrner, J., Marwinski, G., Lehr, S., Johren, P., & Deecke L. (2005). Ambient odors of orange and lavender reduce anxiety and improve mood in a dental office. Physiology & Behavior, 86 , 92-95.

Pruyn, A., & Smidts, A. (1998). Effects of waiting on the satisfaction with the service: Beyond objective time measures. International Journal of Research in Marketing , 15, 321-334

Sackett, A. M., Meyvis, T., Nelson, L. D., Converse, B. A., & Sackett, A. L. (2010). You’re Having Fun When Time Flies: The Hedonic Consequences of Subjective Time Progression. Psychological Science, 21(1), 111-117. https://doi.org/10.1177/0956797609354832

WikiHow. Reach-that-time-faster-flies-wikiHow. Reach,-that-the-time-faster-lapses.

How do you deal with waiting times? How do you experience waiting in different rooms? Feel free to write us in the comment field!
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Translated with DeepL.

2 Kommentare zu „Was sagt eine Umweltpsychologin zum Warten im Raum? (waiting in a space)

  1. Das ist wieder ein sehr spannender, denkanregender und unterhaltsamer Beitrag! Vielen Dank auch für die Literaturhinweise.

    Welch enormen Einfluss die Umgebung auf unser Wohlfühlen/Nichtwohlfühlen hat, wird meiner Ansicht nach – nicht nur bei der Adaption von Warteräumen, sondern generell bei der Gestaltung öffentlichen Raums (noch ?) viel zu wenig beachtet (Überbetonung funktioneller und optischer Aspekte bzw. Vernachlässigung „emotionaler Raumwahrnehmung“).

    Mit den Videoschleifen, die du ansprichst, geht es mir so wie dir – grrr …
    Was Musikbeschallung betrifft: am liebsten keine, am ehesten die von dir beschriebene herzschlagnahe 60 bpm.

    Was mir das Warten im Wartezimmer (egal ob Amt, Arzt oder Krankenhaus) wirklich unangenehm macht, ist eine enge Raumsituation – also volles Wartezimmer bzw. Bestuhlung zu eng (enge Bestuhlung beispielsweise stört mich aber nicht im Theatersaal?!).

    Gefällt 1 Person

  2. Ich bin froh, dass du schreibst, da deine Kommentare immer sehr inspirierend für mich sind.

    Ich stimme dir voll zu und hoffe dass Architekturteams bald neuen Wind fangen und die Perspektive von Nichtarchitektinnen und Architekten schon im Entwurf evaluieren und entsprechend planen:) Und dann ganzheitlich planen und trozdem brillante Formen und Funktionen finden.

    Dass deine Wahrnehmung situational ist, du wenn du krank bist oder auf etwas wartest, anders wahrnimmst als wenn du entspannt oder erkundent im Raum bist ist natürlich, da die Raumwahrnehmung kontextuell ist:) Bis bald!

    Gefällt 1 Person

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