Wie vermeidet man unerwünschtes Verhalten? Part 1: Nudging (How to prevent undesired behavior in a Society?)

(English version below)

Wie bringen Umweltpsychologen Individuen dazu, sich sozial, rücksichtsvoll und umweltfreundlicher zu verhalten?

Ein klassisches Forschungsthema der Umweltpsychologie beschäftigt sich damit, wie Menschen animiert werden können, weniger Strom, Wasser, usw., zu verbrauchen; also „umweltfreundlich“ zu sein und Ressourcen zu schützen.


Eine Studie fand: Sparsame Menschen, die einen Bescheid bekamen, weniger Strom als ihr Nachbar oder ihre Nachbarin zu verbrauchen, verbrauchten, auf einmal MEHR Strom (vgl. Schultz & Kolleginnen/Kollegen). Das war natürlich nicht so gewollt!

Also dachten sich die Forschenden etwas Neues aus. Sie druckten einen fröhlichen Smiley 🙂 (für unterdurchschnittlichen) und einen traurigen Smiley 😦 (für überdurchschnittlichen Verbrauch) auf denselben Strombescheid. Auf einmal senkten die Haushalte ihren Energiebedarf.

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Photo by Pixabay on Pexels.com

Welche Psychologie steckt hinter dem Smiley 🙂 auf der Stromrechnung?

Wenn wir andere Menschen dazu animieren wollen, freiwillig ihr Verhalten zu ändern, geht das nicht mit Druckmitteln, Angst, oder erhöhten Kosten. (Notiz: das geht schon, aber die Leute werden dann nicht innerlich selbst motiviert sein). Aber es gibt noch einen anderen Weg: die Stimulation von „sozialen Normen“.


Wenn Du glaubst, dass ein bestimmtes Verhalten (in unserem o.g. Beispiel war das das Stromsparen) in deiner Nachbarschaft sozial erwünscht ist, dann kann es sein, dass Du tatsächlich das Licht öfter ausschaltest, wenn Du Deine Wohnung verlässt. Denn insgeheim fragt sich dein Unterbewusstsein:

  • Welchen Nutzen hat meine Handlung für meinen gesellschaftlichen Status in meiner Nachbarschaft?
  • Was kostet es mich, anders als sonst zu handeln?
  • Wie will ich vor den Nachbarn dastehen, wenn der oder die auf der Stromrechnung sieht, dass ich mich nicht so umweltfreundlich verhalte?
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Photo by Pixabay on Pexels.com & Photo by Miguel Á. Padriñán on Pexels.com

 


Dieses „Beeinflussen über die Aktivierung sozialer Normen“, das Umweltpsychologinnen und Umweltpsychologen in wissenschaftlichen Studien untersuchen, klappt, so lange ein „Anreiz, z.B. getriggert durch den :)“ da ist (sich anders als sonst zu verhalten, im Besten Fall also sozialer für die Nachbarschaft) – und ansonsten nicht. Hier ein paar Beispiele, wie sich die Idee konkret umsetzen lässt:

  • Ein Anreiz, um weniger Müll auf den Straßen zu hinterlassen, kann z.B. sein (laut Umweltpsychologen), dass Fußabdrücke von der Straße zu einem Mülleimer führen, und Dich beeinflussen, dass du also dort hin gehen sollst, um dein Trinkpäckchen los zu werden (statt es einfach auf den Boden zu werfen).
  • Oder, dass diese Fußspuren zu den Treppen führen, sodass Du bemerkst, dass du statt dem Aufzug oder der Rolltreppe, auch mal was für Deine Bewegung tun könntest.

In der Umweltpsychologie heißt das „Nudging“ .


Das Wort Nudge kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Stupsen oder Schubsen.

In der Gesellschaft gibt es ein paar Persönlichkeitsstörungen, die tatsächlich oft unerkannt bleiben (weil diese Menschen nicht „zum Psychologen gehen“ ;)). Es gibt manipulative Menschen, die andere so beeinflussen (bewusst oder unbewusst!), dass sie tun was sie wollen. In einem solchen Fall finde ich Manipulation eine blöde Sache. Ich finde wir sollten ehrlich miteinander und mit unseren Ressourcen umgehen. (Deswegen habe ich in der Vergangenheit eine Nebenrichtung der „Marketingkommunikation“ nach einem Jahr nicht weiter verfolgt).


Der Nudging Methode kann ich also eine gewisse Manipulation vorwerfen, die mich persönlich stört. Gleichzeitig finde ich jedoch: So lange es um umweltfreundliches oder prosoziales Verhalten geht, kann man durchaus Nudging einsetzen. Blöd finde ich es, wenn Werbekampagnen uns mittels Nudging Methoden beeinflussen wollen – und dabei vielleicht erfolgreicher sind, als ich möchte! Auch von „NLP“ Methoden und das, was in diesen kleinen Büchlein, wie man besser in Führung gehen oder sich durchsetzen kann, steht, finde ich persönlich nicht sinnvoll. Somit finde ich auch bei der Nudging Methode wichtig, eine Möglichkeit zur Transparenz, dass wir beeinflusst werden und wie, zu haben, auf der wir uns zumindest informieren können.


Wenn Du selber Nudging selber insetzen möchtest, helfen Dir vielleicht folgende 5 Fragen:

  1. Welches konkrete Problem möchtest Du lösen?
  2. Wie könnte ein Nudge das Wohlergehen der Gesellschaft verbessern?
  3. Welche Bedürfnisse und Wünsche haben die Individuen in der Gesellschaft? Wie kannst Du diese aktivieren?
  4. Wie führt ein positiver Nudge ggf. zu den Entscheidungen der Individuen?
  5. Wie führen die Entscheidungen des Individuums zu dem Wohl der Gesellschaft?

 


Und, welche weiteren Ideen hast DU, wie du Nudging einsetzen kannst? Teile sie doch im Kommentarfeld 🙂

(ja, es kann sein, dass der 🙂 in meinem Appell an Dich ein Nudge ist – dann aber nur, damit alle von deinen Erfahrungen profitieren 😉 Du verstehst, worauf ich hinauswill).

 


Wissenschaftliche Lesetipps

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Photo by Pixabay on Pexels.com
  • Auf einer Konferenz habe ich mal Robert Cialdini kennengelernt, der dazu, wie man andere Menschen beeinflusst auch einiges geschrieben hat. Vielleicht dazu später mehr…
  • Auf dem nächsten Link gibt es einen interessanten Artikel von Schultz.

#Enjoy!

 

 


Crappy, English Version (translated online using „DeepL.com“ – but I am happy to do more translations once I have English readers;))

How do environmental psychologists encourage individuals to behave in a social, considerate and environmentally-friendly manner?

A classic research topic in environmental psychology deals with how people can be encouraged to consume less electricity, water, etc., i.e. to be „environmentally friendly“ and to protect resources.

One study found that, according to a scientific study, thrifty people who were informed that they consumed less electricity than their neighbours suddenly consumed MORE electricity (cf. Schultz & colleagues. link above). Of course, this was not the intention!

So the researchers came up with something new. They printed a cheerful smiley 🙂 (for below average) and a sad smiley 😦 (for above average consumption) on the same electricity bill. Suddenly, households reduced their energy requirements.

What is the psychology befind the smiley 🙂 on the electricity bill?

If we want to encourage other people to voluntarily change their behaviour, this is not possible with pressure, fear, or increased costs. (Note: that’s fine, but people won’t be internally motivated). But there is another way: the stimulation of „social norms“.

This means: If you think that a certain behaviour (in our example above this was saving electricity) is socially desirable in your neighbourhood, then you may actually switch off the light more often when you leave your apartment. Because secretly your subconscious is wondering: What use does my action have for my social status in my neighbourhood? How much does it cost me to act differently than usual? How will I look in front of my neighbours if the neighbour or neighbour sees on the electricity bill that I am not behaving so environmentally friendly?

This 🙂 „Influencing through the activation of social norms“, which environmental psychologists study in scientific studies works as long as there is an incentive (to behave differently than usual, in the best case more socially for the neighbourhood) – and otherwise this doesnt work. Here are a few examples of how the idea can be
implemented in practice:

  • An incentive to leave less garbage on the streets could be, for example (according to environmental psychologists) that footprints lead from the street to a garbage can and influence you to go there to get rid of your drink pack (instead of just throwing it on the ground).
  • Or that these footprints lead to the stairs, so that you notice that instead of the elevator or escalator, you could sometimes do something for your movement.

The word nudge comes from the English language and means as much as pushing.

In our society, there are a few personality disorders that often go unrecognized (because these people do not „go to the psychologist“; )). There are manipulative people who influence others (consciously or unconsciously!) in such a way that they do what they want. In such a case, I find manipulation a silly thing. I think we should be honest with each other and with our resources. (That is why in the past I did not pursue a secondary direction of „marketing communication“ after one year).

So I can accuse the nudging method of a certain manipulation that disturbs me personally. At the same time, however, I think that as long as it is a matter of environmentally friendly or prosocial behaviour, nudging can be used. I find it stupid when advertising campaigns want to influence us with nudging methods – and are perhaps more successful than I would like! Personally, I also don’t think „NLP“ methods and what is written in these little books, how one can better take the lead or assert oneself, make sense. Therefore, I also find it important in the nudging method to have a possibility for transparency that we are influenced and how, on which we can at least inform ourselves.

If you would like to start nudging yourself, the following 5 questions may help you:

  1. which problem would you like to solve?
  2. how could a nudge improve the well-being of Society?
  3. What are the needs and desires of individuals in society? How can you activate them?
  4. How does the nudge lead to the decisions of individuals?
  5. How do the decisions of the individual lead to the good of society?

So, do you have any ideas on how to use nudging? Why dont you share them in the comment field, so that everyone enjoys your thoughts? 🙂

(yes, it could be that the 🙂 in my apple to you is a nudge – but then only so that everyone benefits from your experiences;) You understand what I’m getting at).


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